Bild: Bolivien - Salar

www.Traveljunkies.at

Simone & Andi everytime on tour

decsnlenfrites

Südafrika & Mosambik

Südafrika, das Land welches wir mittlerweile mehrmals bereist haben, zählt auch zu dem Land, das aus vielerlei Gründen oft in unseren Köpfen „herumspukt“. So reisen wir auch dieses Jahr im Juli - September wieder ins Land der Kontroversen. sdafrika 47

Sdafrika-5 Sdafrika-7 sdafrika 18
hier gehts zu den Bildern

Je öfter wir dort sind und je mehr SüdafrikanerInnen wir kennen, desto komplexer wird auch unser eigenes Bild der Regenbogennation. Haben wir bei unseren ersten Besuchen vieles der so lange andauernden Apartheid und dem Konflikt zwischen Weißen und Schwarzen (und selbstverständlich der anderen Volksgruppen wie der Coloureds) zugeschrieben, so merken wir immer häufiger, dass „Schwarz-Weiss-Malen“ der Situation des Landes keinesfalls gerecht wird. Viele Schwarze wünschen sich nämlich beispielsweise wieder eine weiße Regierung, was uns in zahlreichen Gesprächen mit Schwarzen aller Schichten bestätigt wurde. Wir hätten so etwas nie gedacht, können aber mittlerweile so einige Gründe nachvollziehen. Der derzeitige Präsident Jacob Zuma, Mitglied der ANC also ehemaligen Partei von Nelson Mandela, betreibt nämlich ein Clandenken und –handeln, das vor allem Schwarze anderer Ethnien (und davon gibt’s in Südafrika ja zuhauf) benachteiligt. Nicht nur seine öffentliche Verkündung, dass Schwarze keine Bildung benötigen da sie sowieso zu dumm dafür sind (!), sondern auch andere Aktionen von ihm fördern den Unmut der Bevölkerung. So setzt sich Zuma in übersteigertem Maße für die Bevölkerungsgruppe der Zulus ein, der er entstammt, diskriminiert aber andere Gruppen wie etwa die Xhosas. Sprich gute Jobs erhalten nur schwarze Zulus oder sehr reiche andere Schwarze. Was die weiße Bevölkerung betrifft, so hatten diese ja das Land über Jahrzehnte wirtschaftlich in der Hand und Zuma will sie aufgrund des Know Hows nicht zwingend alle vergraulen. Dennoch sind Maßnahmen wie Landenteignungen der Farmer geplant, was wir ja grundsätzlich auch verstehen. Doch große Teile der Bevölkerung fürchten sich davor, dass die Kornkammern des Landes in den Ruin getrieben werden, mit Nahrungsengpässen usw. als Folge für die Gesamtbevölkerung. Aber auch andere Themen schüren den Unmut … Zuma, der aufgrund einer Vergewaltigung vor Gericht stand, beantwortete beispielsweise die Frage , wie er denn damit umgehe dass die Dame HIV positiv ist, dass dies kein Problem für ihn sei! Er habe schließlich hinterher geduscht ….!!!!! Zudem finden die wenigsten BürgerInnen Gefallen an seiner millionenschweren Villa und anderen Luxusgütern, die man sich als Politiker in Afrika halt so gönnt ;-). Fast jeder mit dem wir gesprochen haben, sprach sich vehement gegen die Apartheid aus, dennoch empfinden viele Menschen die letzten 20 Jahre Regierung als einzige Katastrophe. Korruption, Stillstand, wenig Investitionen in Bildung und Infrastruktur sind nur einige der Kritikpunkte, zudem steht Südafrika einer gestiegenen Drogenproblematik und Einwanderungsproblematik aus den ärmeren afrikanischen Ländern gegenüber. Alles Themen, die Schwarze UND Weiße betreffen und nichts mit der Hautfarbe zu tun haben. Gewaltdelikte, Drogen usw. sind Resultate der Armut, welche wiederum keine Hautfarbe kennt. Und die Angst eines wirtschaftlichen Abschwungs scheint auch fast jeden Südafrikaner, jede Südafrikanerin egal welcher Zugehörigkeit zu betreffen. Wie so oft mangelt es jedoch an einer Alternative zu Zuma, vor allem aufgrund der Treue und Liebe zu Mandela. Der für die meisten Menschen sympathischste Politiker ist ein Weißer, was für viele selbstverständlich eine Präsidentschaft unmöglich macht aber so manche Aussagen und Ansichten erklärt. Eines ist gewiss, weltweit hält kein Land dem Vergleich mit Südafrika statt. Wir können uns gar nicht glückglich genug über unsere österreichischen politischen Probleme schätzen, doch manchmal haben wir das Gefühl, wir ÖsterreicherInnen haben das Jammern erfunden. Ein Mitgrund, warum wir Afrika so lieben….

suedliches-afrika

Reisebericht:

Angekommen in Johannesburg, nach einem langen und harten Flug über Kairo, schnappen sich Simone und ihre Mama einen Mietwagen, um so schnell wie möglich nach Mosambik zu reisen. Erst 3 Wochen später stößt Andi der Frauengruppe hinzu und löst wie schon letztes Jahr Simones Mama als Fahrer ab. Leider war es dieses Jahr nicht möglich ein Auto in Südafrika zu kaufen, denn die gesetzliche Lage wurde im Frühjahr 2014 geändert, so dass nur mehr Einheimische ein Auto anmelden können!

Die Fahrt an die Grenze ist unbeschwerlich und die Grenzformalitäten sind schnell ausgefüllt. Noch 65 € für ein einmonatiges Visum und schon stehen wir in Mosambik.

hier gehts zu den Bildern

Nur langsam verändert sich die Landschaft richtig Norden, wobei bereits auf den ersten Kilometern eine deutliche Armut erkennbar ist. Haben doch in Südafrika fast alle Bürger ein festes Haus, so fallen uns auf dem Weg Richtung Norden die Strohhütten und Lehmhäuser deutlich auf.

Seit unserer ersten Reise durch Mosambik 2007 hat sich im Land einiges verändert. Die ehemalige portugiesische Kolonie konnte in den letzten Jahren seine Wirtschaftskraft deutlich steigern, doch sickerten diese Einnahmen bis heute noch nicht zur Lokalbevölkerung durch. Der Human Rights Report 2009 spricht von enormen Menschenrechtsverletzungen und von einer deutlichen Einschränkung der Pressefreiheit in den letzten Jahren.

Die im Bürgerkrieg 1992 von Südafrika unterstütze Regierungspartei Frelimo ist bis dato an der Macht geblieben. Die oppositionelle Partei der Renamo versucht seit Jahren auch durch Waffengewalt die Macht in ihre Hände zu reißen. Erst in diesem Jahr kam es entlang der Strecke der EN1 zu etlichen Todesopfern, wobei auch Touristen zu beklagen waren. Bis heute ist entlang dieser Strecken keine wirkliche Verbesserung in Sicht, denn der zentrale und nördliche Teil des Landes stehen mehrheitlich unter der Kontrolle der Renamo Gruppe. Wie so oft in Afrika, besteht das Hauptproblem in den Clan ähnlichen Strukturen der führenden Partei, in denen einfach kein Platz für eine andere ethnische Gruppe existiert.

Nichts desto trotz sind wir vom südlichen Teil Mosambiks begeistert. Das subtropische und tropische Klima präsentiert sich sogar in den Wintermonaten als angenehm warm und so reisen wir über Xai Xai nach Barra und Tofo. Die Wassertemperaturen übersteigen die 20 Grad Marke, die Bungalows am Strand sind super und jeden Tag werden wir vom Fischer mit den frischesten Meeresfrüchten versorgt. Im Kanal von Mosambik herrscht gerade Großfisch und Haisaison, was unser Herz beim Tauchen und Surfen höher schlagen lässt. Leider steht heuer alles nicht unter den besten Sternen und so sehen wir den schon lange erhoffen „Giant Manta“ abermals nicht, werden aber dafür wir mit einem großen Exemplars eines Stachelrochens belohnt.

mosambik 2 Sdafrika-2 Sdafrika-3

Viel zu schnell vergeht die Zeit, denn wir haben uns entschlossen, dass wir ohne eigenem Allrad nicht im südlichen Teil des Festlandes bleiben wollen und so geht bereits in einer Woche unser Flug nach Madagaskar. Über den Kruger Nationalpark und der Ben Lavin Nature reserve fahren wir nach Johannesburg zurück, um unsere Freundinnen zu treffen, die vor wenigen Tagen gelandet sind um ein Sabbatical Jahr in Afrika zu verbringen (hier der Link zu den beiden Reisenden).

Nach einer extrem durchgezechten Nacht und mit trockenem Mund stehen wir tags darauf am Flughafen Richtung Madagaskar. Dort lernen wir einen wirklich netten Südafrikaner kennen, der uns nur so von Madagaskar vorschwärmt – JUHU, wir freuen uns riesig.

sdafrika 39

Bei der Rüchreise checken wir am Flughafen in Tana ein und wer steht vor uns? Der nette Südafrikaner Graham mit seiner Frau Suela. Sie haben zufällig genau die gleiche Maschine retour gebucht wie wir – einfach unglaublich. Die Freude ist groß und sie laden uns zu sich in Johannesburg ein, was wir freudig annehmen. Mit ihm, Suela, Nasi und seinen Freunden verbringen wir den Abend und die letzten beiden Tage der Reise. Dazwischen düsen wir zum Waterval Boven, einem bekannten und äußerst schönem Klettergebiet. So vergeht die Zeit wie im Fluge und alsbald uns Graham und Hans am Flughafen verabschieden. Wir verbleiben mit dem Versprechen nächstes Jahr wieder zu kommen um unseren Traum des eigenen 4x4 in Afrika zu realisieren :-). Vielen Dank euch beiden !

Sdafrika-8

...hier gehts zu den Bildern...

...hier geht’s zum Bericht Madagaskar...

...hier gehts zu den Reisekosten...

...weiter gehts zur nächsten Reise Guatemala/Mexiko/Belize...

...zurueck zur Startseite Traveljunkies...

Comments powered by CComment

Suchen

FacebookGoogle Bookmarks

Wir die Traveljunkies

Simone und Andi Portrait 2

News

 

Geheimtipp Sommer: wer hätte es sich gedacht, dass wir menschenleere Strände, geheimnisvolle Nebelwälder, wunderschöne Wanderregionen und Wüsten ohne Touristen auf den Kanaren antreffen? 😊  

Reisen

Monate auf Reisen: 49

Bereiste Länder: 70

Genächtigte Tage im Zelt: 880

Reiserouten

weltkarte und routen gro2

Fernweh