Wir schwitzen was das Zeug haelt, waren wir doch gerade erst am tibetischen Hochplateau unterwegs und haben unsere Fuesse in den Schnee gesteckt und von Sonne und Hitze getraeumt. So schnell kann es gehen, schliesslich ueberzeugen wir uns am Grenzposten nochmals, aber es scheint zu stimmen: das Thermometer schlaegt bei 40 Grad an und wir ueberqueren die Grenze nach Laos. laos 11

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Triefend warten wir also auf dem um einiges aermlicheren laotischen Grenzposten auf den Passstempel. Ploetzlich beginnt ein Mann zu laufen. Sofort wird er verfolgt doch seine Flucht scheint geglueckt zu sein, denn die laotischen Polizisten kehren nach kurzer Zeit unverrichteter Dinge zurueck. Auch Andi nutzt die Zeit sinnvoll und wechselt unsere letzten chinesischen Yuan. Dabei schiebt er der Geldwechslerin doch glatt unsere Bluete unter, die wir in Chonqing bekommen haben!!! Kaum zu glauben, aber wenn Laos auch nur annaehrend so spannend wie die Grenze ist, lauert in diesem Land das pure Abenteuer :-).

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Die Fahrt nach Luang Nam Tha ist dann zwar nicht abenteuerlich, aber dafuer wunderschoen. Sanfte Huegel, ueppige tropische Landschaft und aermliche Behausungen saeumen den Weg und wir sind erstaunt, dass Laos im Vergleich zu China so viel aermer ist. Luang Nam Tha selbst empfinden wir als unbedeutendes Dorf, dennoch tummeln sich hier viele Touristen und bereiten sich auf die gefuehrten Wandertouren im Norden vor. Das Thermometer klettert mittlerweile ueber die 40 Grad Marke und so bewegen wir uns nur mehr im Kriechtempo voran, was jedoch dem hiesigen Rhythmus zu entsprechen scheint. Die Laoten jedenfalls wirken aeusserst entspannt und sind unglaublich freundliche und entspannte Menschen. Wir quatschen ein wenig, futtern uns abends durch scharfe Koestlichkeiten und trinken ein Bier am Balkon, waehrend die Welt bei einem starken Gewitter zu versinken scheint.

Eigentlich wollten wir keinesfalls die “klassische Laos Nordroute” abklappern aber die Hitze laehmt unseren Abenteuergeist und wir beschliessen doch schnurstracks nach Luang Prabang weiterzufahren. In Serpentinen fahren wir die Huegel entlang, passieren tropische Gewaechse und werden leider auch Zeugen vieler abgeholzter Flaechen und den Spuren der Brandrodung. Doch die Doerfer am Mekong strahlen vor allem auch eine unglaubliche Idylle aus … die Menschen bewohnen einfache Holzpfahlbauhaeuser mit Daechern aus Stroh, die Kinder plantschen im Mekong und von ueberall her dringt der Duft von Rauch und Schwuele.

Luang Prabang selbst ist dann auch ein reizvoller Ort, direkt am Mekong gelegen. Auch hier sind wieder eine Menge Touristen (uns faellt dies jetzt nach China wahrscheinlich auch so extrem auf), aber die Hitze scheint jede Hektik und jeden Stress zu laehmen. Auch wir machen nicht viel und wandern einfach ein wenig rum, plaudern mit den Leuten und erfahren so von dem niedrigen Verdienst und den Arbeitsbedingungen hier. Abends spielt eine “Livemusik” vor unserer Unterkunft und wir wundern uns, dass die Laoten anscheinend auf Punk der alten Schule abfahren ;-)

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Die naechsten Tage leihen wir uns ein Moped aus, erforschen ein wenig die Umgebung, springen in die Pools des bekannten Kuang Si Wasserfalles, lernen eine Lektorin aus Ha Noi kennen und verbringen einfach eine feine Zeit. Dennoch... die Hitze stehen wir beinah nicht durch.

Wieder entlang tropischer Huegellandschaft fuehrt unsere Fahrt nach Vang Vieng. Die Fahrt ist abermals wunderschoen, doch Andi ist krank und so ist die Hitze noch schlimmer fuer ihn als die Tage zuvor. Auch diese Fahrt praegen aermliche Doerfer, plantschende Kinder und wie in jedem Entwicklungsland ist auch in Laos der Arbeitsplatz nicht vom Wohnraum getrennt. Irgendwann erhebt sich eine tolle Karstlandschaft und endlich in Vang Vieng angekommen, finden wir am Fluss einen netten Bungalow. Zum Glueck sind wir weit weg vom Dorfgeschehen, schliesslich hat sich Vang Vieng als das Tubing bzw. Partymekka von Laos etabliert und dementsprechend hat der Tourismus die Gegend versaut. Unser Vermieter spricht dabei von “saufenden Wahnsinnigen die ueberall nur kurz bleiben und immer auf der Ausschau nach Internet sind, um ihre Blogs upzudaten”. Wir bekommen jedenfalls nichts von alledem mit und geniessen eine wunderschoene Aussicht und einen Garten, in dem Kakteen, Jackfruechte, Heligonien, Hibiskusstraeuche usw. bluehen.

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Die naechsten Tage verbringen wir dann wieder auf dem Moped und erkunden die Doerfer der Umgebung, springen in saemtliche Wasserloecher, plaudern mit den Touris und den Einheimischen, lesen und chillen. Dann gehts weiter nach Vientane und langsam verschwindet das mit dichtem Dschungel bewachsene Gebirge, an dessen Stelle staerker bebautes und staerker kultiviertes Flachland tritt.

Fuer eine Haupstadt ist Vientane dennoch ein aeusserst entspanntes Staedtchen und natuerlich sehen wir uns die “Ehrenwuerdige Stupa” That Luang an. Auch wenn wir nach Tibet in Laos bis dato keine religioese oder spirituelle Atmosphaere empfinden koennen bzw. uns die Stupas hier einfach nur als Monumente erscheinen, fahren wir nur ungern aus Laos weiter. Das liegt auch daran, dass wir nur sehr wenig Zeit in dem Land verbracht haben und daher wirklich nur einen kurzen Eindruck bekamen. Doch was wir gesehen haben hat uns gefallen und so werden wir ein ander mal wiederkehren, dann gesund und zu einer anderen Jahreszeit. Im Augenblick traeumen wir naemlich nur mehr von einem: Abkuehlung am Beach!

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